St.Galler Mittelschul-Slammeisterschaft 2015 – ein Kampf der Klassen

Alle zwei Jahre veranstaltet der Verein solarplexus in St.Gallen die sogenannten Mittelschul-Slammeisterschaften im Poetry Slam, wo zwischen drei bis vier Schulen auf Gymnasium-Niveau gegeneinander antreten. Am Donnerstag, 19. November 2015, war es dann soweit: nach zwei Monaten Vorbereitung traten sich die drei Kantis am Burggraben, Heerbrugg und Wattwil gegenüber. Der Kampf um den Titel war eröffnet.

Eher langsam fand sich das Publikum im Jugendkulturraum Flon in St.Gallen ein, doch kurz vor Beginn war die Bude voll und alle warteten gespannt auf die Wortakrobaten der Kantis Heerbrugg, am Burggraben und Wattwil.

Vortrag, Workshop, Slam.

Die 13 Poetinnen und Poeten aus den Schulen hatten sich über zwei Monate auf diesen Abend vorbereitet. Nach einem Vortrag rund zum Thema Poetry Slam, in dem die Geschichte, die Regeln und die Art des Vortrags beleuchtet wurden, bot sich Freiwilligen die Möglichkeit, an einem Performance-Workshop unter der Leitung professioneller Poeten teilzunehmen. In schulinternen Events qualifizierten sich die besten dreizehn Dichter schliesslich und der Weg zum Finale der Mittelschul-Slammeisterschaft stand offen.

Performance, Vielfalt, Slam.

Der Abend – moderiert von den renommierten Gesichtern Richi Küttel und Pierre Lippuner – bot starke Performances und tiefgehende Texte. Von Slam verabscheuenden Texten bis hin zu kopflosen Handlungen, über kritische Stimmen und säuberlich gebauter Lyrik trafen Text auf Gestik, Ernstes auf Komik. Wo die eine fluchte, flüsterte ein anderer. Wo etwas explodierte, blieb jemand nüchtern. Text folgte auf Text, bis zum Schluss nur noch drei Dichter übrigblieben.

Moment mal!

Was den Moderatoren peinlicherweise entgangen war, ist die Tatsache, dass einer der Jungpoeten vom Lostopf konsequent ignoriert worden war. Trotz der Umstände traute sich Luc Stoffer auf die Bühne, las eine sauber konstruierte Kurzgeschichte zum Sinn und Unsinn der Rache. Trotz Mühe war alles vergebens: Timo, Miriam und Mia hatten sich für das finale Stechen qualifiziert.

Die letzte Entscheidung!

In der finalen Runde traf schliesslich Timo Loher von der Kanti Heerbrugg auf Miriam Schöb und Mia Ackermann von der Kanti am Burggraben. Ein heisser Kampf um die Krone entbrannte und während Timo sich mit einer amüsanten Geschichte rund um dem alltäglichen Vegetarier behauptete, trat ihm Mia mit einem rhythmischen Plädoyer zur Legalisierung von Marihuana gegenüber. Miriam Schöb überzeugte mit einer kritischen Auseinandersetzung zum Thema Jugend und setzte sich damit schliesslich gegen die anderen durch, und gewann somit die wunderbare „Eule auf dem Buch“ aus dem Brockenhaus.

Trotz allem haben sich alle drei Finalisten für das Kantonale u20 Slam-Finale St.Gallen  am 12. Februar 2016 qualifiziert, wo sie nicht nur um den begehrten Titel des u20 Slam Champions kämpfen, sondern auch um einen Startplatz an den Schweizer Meisterschaften und den internationalen Meisterschaften in Deutschland.

Danksagung

Wir bedanken uns herzlich bei der Stiftung Rhetorika für die finanzielle Unterstützung, beim Jugendkulturraum Flon für die zur Verfügung gestellte Lokalität und natürlich danken wir den teilgenommenen Kantonsschulen am Burggraben, Heerbrugg und Wattwil.